Pädagogische Akademie Elisabethenstift in der Stiftstraße will Beitrag zum Klimaschutz leisten

08. Juli 2010

Hedwig Burgheim (1887 bis 1943) hätte sich kaum vorstellen können, dass man dermaleinst auf einem nach ihr benannten Gebäude Strom aus Sonnenenergie gewinnen würde.


Auf dem bekiesten Flachdach des Neubaus der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift wurden innerhalb einer Woche 166 Solarmodule mit einer Leistung von 29,88 Kilowattpeak (KWp) installiert. Der Beschluss war von der Akademie erst im März gefasst worden. Die Anlage sollte noch vor dem 1. Juli in Betrieb genommen werden, um die bis zu diesem Stichtag noch günstigeren Förderbedingungen nutzen zu können. Dieser Vorteil bleibt noch weitere 20 Jahre bestehen. Zunächst war geplant, auf dem Flachdach eine weitere Bürger-solaranlage aufzubauen - in Darmstadt gibt es bereits zwölf. Bei dieser Kapitalanlageform können Bürger Anteile erwerben und dabei etwas für den Umweltschutz tun. Doch die Dachgrundfläche des Burgheim-Gebäudes, das in seiner Mitte einen Lichthof hat, erwies sich für eine Bürgersolaranlage als zu klein. Deshalb wurde entschieden, den Strom, der im Haus verbraucht wird, selbst zu produzieren. Er wird allerdings nicht direkt genutzt, sondern ins Netz der VNB Rhein-Main-Neckar eingespeist und vergütet. Bei Flachdächern ist es zwar einfacher als bei Satteldächern, die Module optimal zur Sonne auszurichten, aber ihre statische Belastbarkeit ist geringer. Deshalb wurde für das Burgheim-Gebäude ein spezielles, leichtes Modultragesystem verwendet. Wie Armin Hambrecht von der Geschäftsführung der mit der Ausführung beauftragten Solaart erläuterte, hat sein Unternehmen wegen der vom Bundestag beschlossenen Kürzung der Solarförderung in diesem Jahr schon die gleiche Menge Anlagen wie im gesamten vorigen Jahr eingebaut. Bei Neubauten registriert er einen neuen Trend: Die Besitzer wollen möglichst ihren gesamten Strom-Eigenbedarf durch die Solaranlage decken. Der Überschuss wird ins Stromnetz eingespeist und vergütet. Denn noch gibt es keine Möglichkeit, ihn selbst zu speichern. Vielleicht sei es schon in wenigen Jahren möglich, den Stromüberschuss des Sommers im Winter zu nutzen, wenn ein höherer Strombedarf besteht, die Solaranlage mangels Sonne aber weniger produziert, erklärte Hambrecht. Zur Zeit können 40 Prozent des Eigenbedarfs pro Jahr durch Sonnenenergie gedeckt werden. Die Anlage auf dem Burgheim-Gebäude soll in zwei Jahren so viel Strom produzieren, wie zu ihrer eigenen Herstellung benötigt wurde.



Quelle: 08. Juli 2010 | pep ECHO ONLINE

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