Japan schaltet alle Atomkraftwerke in Rekordzeit ab!

11. Mai 2012

Original-Pressemitteilung vom 05.05.2012 Herausgeber: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR)

Japan schaltet alle Atomkraftwerke in Rekordzeit ab

Münster (iwr-pressedienst) - Japan hat heute das letzte von insgesamt 54 Atomkraftwerken abgeschaltet. Damit ist Japan nach über 40 Jahren wieder ein atomstromfreies Land und hat im Ergebnis binnen eines Jahres den schnellsten und radikalsten Atomausstieg der Welt vollzogen, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Die japanischen Kernkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 50.000 Megawatt (MW) haben bisher 30 Prozent des Stroms in Japan erzeugt. Wegen der Insellage und fehlender Verbindungen kann Japan keinen Strom aus dem Ausland importieren und ist auf heimische Ersatzkraftwerke angewiesen, so das IWR.

,,Ein derart rasanter Schnellausstieg aus der Kernkraft wie in Japan ist in der Geschichte beispiellos und zeigt, dass die Energiewende grundsätzlich machbar und auch sehr schnell umsetzbar ist", so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Ob einzelne abgeschaltete japanische Kernkraftwerke je wieder ans Netz gehen, ist ungewisser denn je. Zustimmen müssen die lokalen Regierungen, die sich aber nach dem Fukushima-Unglück mehr Sorgen um die Sicherheit der eigenen Bevölkerung machen als vor der Reaktorkatastrophe.

Zum Vergleich: In Deutschland waren vor der Energiewende 17 Kernkraftanlagen mit einer Leistung von 21.500 MW am Netz. Derzeit produzieren noch neun Atomkraftwerke mit einer Leistung von 12.700 MW. Damit sind in Deutschland gerade einmal 8.800 MW Kernkraftleistung stillgelegt worden. Angesichts der Debatten in Deutschland um angebliche Stromknappheit bei gleichzeitigem hohen Stromexport nach Frankreich und der Verunsicherung der Bevölkerung über mögliche Stromausfälle zeigt das Beispiel Japan, wie schnell ein kompletter Atomausstieg eines Industrielandes mit ganz anderen Dimensionen im Bedarfsfall möglich ist.


Münster, den 05. Mai 2012

Quelle: http://www.iwrpressedienst.de/Textausgabe.php?id=4143

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